Trainee-Programm –
Eine Bauingenieurin in der Welt der IT

Seit März 2019 ist Julia Thiel bei ZÜBLIN als Nachwuchsingenieurin in der Direktion Nord tätig. Im Rahmen des Nachwuchsingenieurprogramms (NWI) verbrachte sie vier Monate in Stuttgart, um ITC Engineering im Bereich der Projektbetreuung zu unterstützen.
Wir haben Julia gefragt, wie es im „Ländle“ und unter ITlerinnen und ITlern war.

Julia, was waren deine Erwartungen an deine Zeit bei ITC?
Ich habe mir erhofft, mit einem umfassenden Überblick über die Software IRIS zurück nach Hamburg zu gehen und die Hintergründe der Plattform zu verstehen. Ich wollte zudem meine Kenntnisse der Baupraxis in die Arbeit in Stuttgart einfließen lassen. Gerechnet habe ich aber auch damit, sprachliche Schwierigkeiten mit dem schwäbischen Dialekt zu haben.

Warum ausgerechnet ITC?
Für mich war es gut, einen Einblick in eine IT-Firma zu bekommen, die eine Software für die Bauindustrie entwickelt. Ich konnte sehen, was alles hinter einer Baustellen-Anwendung steckt, statt als Bauingenieurin nur das Endprodukt zu sehen. Das wird mir mit Sicherheit in der Zukunft bei der Nutzung von Apps oder Software in der Bauausführung helfen. Auch die Vernetzung und die Kontakte über den Hamburger Standort hinaus sind super; ich kann zukünftig jederzeit auf sie zurückgreifen.

Was waren deine Aufgabenbereiche?
Ich habe bei ITC die Projektbetreuung unterstützt. Dabei haben wir für verschiedene Bauvorhaben bei den Projektbeteiligten die Anforderungen abgefragt. Anschließend wird IRIS projektspezifisch konfiguriert und den Nutzerinnen und Nutzern auf der Baustelle erklärt. Das stellt sicher, dass Poliere, Bauleiterinnen und Bauleiter sowie Nachunternehmen die Anwendung bedienen können.

Intern ist die Projektbetreuung die Schnittstelle zwischen den Operativen bei ZÜBLIN und STRABAG und dem Entwicklerteam bei ITC. Man gibt also Optimierungspotenzial aus der Praxis an das interne Team weiter. Zudem habe ich an wöchentlichen, ITC-internen Terminen teilgenommen, Videokonferenzen mit Projektbeteiligten zur regelmäßigen Absprache geführt und konstant an den Konfigurationen für das Materialmanagement Beton sowie Bauteilmanagement für Fenster und Betonfertigteile mitgearbeitet.

Wie war es als Bauingenieurin in der IT?
Die ersten Wochen waren schon gewöhnungsbedürftig. Gerade bei Terminen mit den Entwicklerinnen und Entwicklern hatte ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Der Kontrast zur Baustelle, wo ich zuvor gewesen bin, war groß. In die englische IT-Fachsprache musste ich mich erst einmal reinfinden, was aber nach ein paar Wochen dank der Unterstützung durch meine Kolleginnen und Kollegen kein Problem mehr war.

Für mich war die Zeit sehr spannend, da ich die Gedanken, Wünsche und Sorgen der Baustellenteams durch meine bisherigen Erfahrungen aus Praktika, Werkstudententätigkeiten und meine vorherigen NWI-Stationen gut nachvollziehen konnte.

Was bringen deine neuen Erfahrungen der Direktion Nord bzw. dem Standort Hamburg?
Ich kann die Kenntnisse, die ich in den letzten vier Monaten erlangt habe, mit in die Direktion Nord nehmen und vor Ort in Hamburg als IRIS-Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Zudem kenne ich nun die Strukturen und das Team von ITC und weiß, wer für welche Thematik zuständig ist, falls in der Zukunft Fragen zu IRIS auftreten sollten.

Gab es bestimmte Highlights?
Die Baustellenbetreuung hat mir gut gefallen – vor allem zu sehen, wie Poliere, die anfangs der neuen Software skeptisch gegenüberstanden, nach einer gewissen Zeit überzeugt von IRIS sind und die Nutzung als Mehrwert einstufen. Außerdem war die Werksbesichtigung beim Fensterbauer Hilzinger in Berlin eine sehr interessante Erfahrung.

Und dein Resümee nach vier Monaten Stuttgart?
Die Zeit war abwechslungs- und lehrreich. Ich schätze am Nachwuchsingenieurprogramm die Möglichkeit, in verschiedene Themen reinschnuppern zu können und Teil von Konzernbereichen zu sein, die man bei einem Direkteinstieg sicher nicht in diesem Umfang kennenlernen würde. Zudem zeigt mein Aufenthalt bei ITC, dass man als Bauingenieurin nicht den klassischen Weg gehen muss, sondern auch Erfahrung in für den Bau eher untypischen Berufsfeldern sammeln kann.

Kontakt: Julia Thiel, ZÜBLIN, und Laura Cyprian, ITC Engineering

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